Wer nicht einsam sein kann, …

Wer nicht einsam sein kann, hat noch keine oder doch nur geringe innere Werte, mit denen er sich beschäftigen kann. Und doch muss unsere Seele manchmal alleine sein, um Ihren Gedanken nachgehen zu können. Gönne ihr hin und wieder eine kleine Stunde der Stille zum ruhigen, sinnigen Nachdenken! Ja, zwinge sie dazu, mit sich allein zu sein!  So wird sie sich selbst wiederfinden und über manches ins reine kommen.  – Lass ihr Zeit zum Nachdenken, und sie wird sich klar und klarer werden über kommen und Gehen, über Wegrichtung und Ziel, über Abwege und Irrungen . . . Sie wird wieder mehr und ganz zurückfinden zu ihrem Gott, zu lebhafterem, innigerem Verkehr mit ihm. Sie wird sich aufschwingen zu höherem, reinerem Flug, zum Gehen und Verweilen in Gottesnähe und heiligem Gottesodem . . . !

Denk doch daran und sorge dafür, dass deine arme Seele nicht hungert, nicht verhungert!

„Wenn der Menschensohn kommt – wird Er wohl Aufnahme finden?“  (Luk. 18, 8.)

 

Quelle: Weggeleit – P. Jakob Koch SVD. – St. Gabriel-Verlag, Wien