Was ist Reue?

Petrus sucht Maria auf, um seine Sünde der Verleugnung Jesu zu bereuen

„Die Reue ist ein Schmerz und Abscheu der Seele über die begangenen Sünden verbunden mit dem Vorsatz, in Zukunft nicht mehr zu sündigen«. Sie setzt die persönliche Einsicht in eine schuldhafte Unterlassung oder schuldhafte Tat voraus. Am Vorsatz ist eine echte Reue erkennbar.

Die Reue ist Anfang und Mitte der Bekehrung, jener Metanoia des Evangeliums, die den Menschen zu Gott zurückführt wie den verlorenen Sohn zu seinem Vater und die im Bußsakrament ihr sichtbares Zeichen hat, welches das einfache Bedauern zu seiner Vollendung führt. »Von dieser inneren Reue hängt die Echtheit der Buße ab«.

Es ist keine Reue, einen bloßen Fehler erkannt zu haben (im Sinne etwa nicht „optimaler“ Ausnutzung einer Gelegenheit) oder der selbstbezogene Ärger über persönliche Mängel. Fehlererkenntnis oder persönlicher Ärger können jedoch Anlass sein, zur echten Reue zu gelangen.

Vollkommene Reue oder Liebesreue (contritio)

Die vollkommene Reue ist der Wunsch des frommen Herzens, sich aus Liebe zu Gott ganz von der Sünde abzuwenden; und sich voll zum Vertrauen in die Liebe Gottes, zur Gemeinschaft mit Jesus Christus, zu bekehren. Diese Liebesreue schließt den Entschluss ein, wenigstens die schweren Sünden bei der nächsten Beichte zu bekennen.

Unvollkommene Reue oder Furchtreue (attritio)

Die nur unvollkommene Reue ist die Einsicht des Sünders, sich gegen Gott und die Menschen vergangen zu haben, ohne dass aber zugleich eine volle „Wiedererlangung der Taufgnade“ in Wahrheit und Liebe eintrat. Bei der unvollkommenen Reue kann auch die Angst vor ewiger oder zeitlicher Strafe durch Gott oder die Angst vor der Verfehlung des ewigen Ziels vorwiegen.

Aus „Der Canisiusbote“, Rundbrief der Priesterbruderschaft St. Petrus für das Saarland. April 2017