Voltaire und das Christentum

Die Kirche lebt von der Verheißung, dass die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen werden. Wie die Geschichte bewiesen hat, gilt dieses Wort mehr als das des berühmten Voltaire, der im 18. Jahrhundert sagte: „Ich habe es satt, immer wieder zu hören, dass zwölf Männer genügten, das Christentum zu begründen. Ich möchte beweisen, dass einer genügt, um es zu zerstören.“

Als nach der Rückkehr der Bourbonen nach Frankreich das Pantheon, in dem Voltaire begraben lag, in eine Kirche umgewandelt wurde, fragte man Ludwig XVIII., ob nicht der Sarg Voltaires entfernt werden sollte. Dieser aber entgegnete: „Nein, es geschieht ihm ganz recht, wenn er nun jeden Tag eine Messe hören muss.“

Quelle: Zwischen Gewalt und Gnade – Katholisches Hausbuch 1992 – St. Benno Verlag, Leipzig