Vergelt’s Gott!

Schönstes Wort des menschlichen Dankens, man hört dich so wenig, ach, so wenig mehr! Kann man dich entbehren? O  ja, sagen so viele. Denn ist „Danke schön“ nicht feiner in den Ohren der Menschen, ist es nicht gebildeter als das alte und einfache „Vergelt’s Gott“?
Alles wird modern, selbst der Ausdruck des Dankes. Und doch ist ein herzliches „Vergelt’s Gott“ unendlich mehr Wert als tausend kühle und höfliche „Danke schön.“  Liegt in diesen Worten nicht die ganze Dankesfülle des Herzens?
Können wir besser danken und höflicher sein, als wenn wir sagen und wünschen: Gott möge es vergelten? Und wenn der Geber dem Beschenkten für dessen frommen Wunsch dankt mit den Worten: Gott möge es segnen! – O nein!

„Vergelt’s Gott!“ – Du liebes, trautes, herrliches Dankeswort, mögest du nicht ganz verschwinden von der Erde; denn wer dich noch im Herzen hat, der glaubt noch an Gott, der alles vergelten wird, auch das Geringste, das wir tun in seinem Namen. Das stille, bescheidene „Vergelt’s Gott“ – klingt es nicht lieblicher aus dem Munde der Armen und Frommen als das tönende „Danke schön“ des Reichen und Weltmenschen, der den barmherzigen Gott entbehren zu können glaubt?

Herzliches „Vergelt’s Gott“ – übe fort und fort dein Predigeramt von der Gegenwart und den Dasein eines gerechten Gottes, der alles Gute belohnt! Wer dich gerettet hat aus seiner Kindheit Tagen, der hat auch tief im Herzen den Mutterglauben bewahrt, und er zählt nicht zu denen die „Danke schön“ sagen, um nicht erinnert zu werden. Als klug und gescheit wollen sie gelten, die stolzen, modernen Heidenmenschen, und doch bleibt für sie ewig wahr das Wort der Heiligen Schrift: „Nur der Tor spricht in seinem Herzen: Es ist kein Gott!“

 

Quelle: Sonne Dich – P. Max Dudle SJ. – Hrsg. DVCK e. V., Frankfurt am Main