Tgaesheilige – 9. März: hl. Franziska von Rom

Glasschrein mit den bekleideten Gebeinen der Franziska Romana
in der Kirche S. Francesca Romana in Rom.

 

Witwe (1384-1440)
Ordensgründerin, Mystikerin
geboren: 1384 in Rom, Italien
gestorben: 9.März 1440 in Rom
Patronin von Rom; der Frauen;
der Autofahrer (seit 1925)

Über den Ruinen des antiken Tempels der Venus und Roma, direkt beim Forum Romanum an der Via dei Fori Imperiali in Rom, erhebt sich die Kirche S. Francesca Romana, ein Bau aus dem 10.Jh. Von außen fällt der schöne romanische Glockenturm aus dem 13.Jh. auf, das Bemerkenswerte im Inneren ist – neben zwei eingemauerten Steinen mit angeblichen Knieabdrücken des betenden Apostels Petrus – die Krypta. In ihr wird in einem Schrein der Leichnam der heiligen Franziska Romana aufbewahrt. Die Kirche hieß ursprünglich S. Maria Nuova und wurde im frühen 17.Jh. der Ordensgründerin geweiht.

Franziska wurde 1384 als Tochter einer adeligen Familie geboren und wollte bereits mit elf Jahren in ein Kloster eintreten. Ihre Eltern verboten dies jedoch, und sie fügte sich widerwillig. Schon bald darauf wurde sie mit Lorenzo de Ponziani verheiratet. In den folgenden 40 Ehejahren war sie eine treusorgende Ehefrau und Mutter ihrer sechs Kinder.

Als Franziskas Mann, mit dem sie in den letzten zwölf Jahren in enthaltsamer Ehe gelebt hatte, 1436 starb, wurde sie zur Oberin der von ihr bereits 1425 gegründeten „Nobili Oblati di Tor de’ Speechi“ gewählt, einer klösterlichen Vereinigung, die als weiblicher Zweig des Olivetaner­Ordens entstanden war. Die Gemeinschaft widmete sich karitativen Tätigkeiten. Bis zu dem Tag ihres endgültigen Eintritts in den Orden hatte Franziska Romana ihm als Oblata angehört. Erwachsene Oblaten sind Menschen, die sich und ihre Dienste einem Kloster weihen und ein jederzeit lösbares Gehorsamsgelöbnis ablegen. Franziska war mit hohen mystischen Gaben gesegnet und stand in ständigem geistigen Kontakt mit ihren Schutzengeln. Sie galt als außergewöhnliche Persönlichkeit und war der Mittelpunkt von Hilfe- und Ratsuchenden.

Franziska Romana starb am 9. März 1440 in Rom und wurde in der damals noch S. Maria Nuova heißenden Kirche bestattet. Papst Pius XI. ernannte die Heilige 1925 neben Christophorus und Elias zur Schutzpatronin der Autofahrer. Bereits 1608 war die Ordensgründerin von Papst Pius V. heiliggesprochen worden.

Darstellung: Schöne Darstellungen der Franziska Romana sind im römischen Kloster Tor de’ Specchi – nach dem die Gemeinschaft benannt ist ­ zu sehen; so zeigt die Ordensgründerin auf einem Fresko aus dem 15.Jh. auf ein Buch, neben ihr steht ein Schutzengel. Das Buch ist das wichtigste Attribut, mit dem die Ordensgründerin abgebildet wird; manchmal hält es auch der Schutzengel. In späteren Darstellungen wird Franziska Romana oft auch mit dem Jesuskind gezeigt.

Quelle: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf, Schaubler-Schindler, Pattloch Verlag, 1992