Tagesheilige: 4. Juni – Hl. Franz Caracciolo

Der heilige Franz Caracciolo

Der Ordensgründer mühte sich vor allem um die Ärmsten in der Gesellschaft. Insbesondere der Dienst an den Gefangenen und Sträflingen bestimmte sein priesterliches wirken.

Herkunft und priesterliche Berufung

Auf ungewöhnliche Weise durfte der Heilige seine Berufung erkennen. Geboren im Jahre 1563 in Santa Maria in den Abruzzen, wurde er mit 22 Jahren von einer lebensgefährlichen Krankheit heimgesucht. Als die Ärzte jede Hoffnung aufgaben, machte er das Versprechen, der Welt zu entsagen und nur noch für Gott zu leben, wenn dieser ihm das Leben erhalte. Er wurde gesund, hielt Wort und trat in das Priesterseminar in Neapel sein.

Apostolat für Gefangene und Ordensgründung

Schon als junger neapolitanischer Kleriker schloss er sich einer Bruderschaft an, die sich die Betreuung von Sträflingen und Sklaven zum Ziel setzte. In dieser Zeit lernte er den später seliggesprochenen Johann Augustin Adorno kennen. Mit ihm wollte er eine eigene Ordensgemeinschaft gründen und sie wandten sich an Papst Sixtus V., der den Orden unter dem Namen .Clerici regulares minores“ (CRM – Mindere Regularkleriker) gewährte.

Oberer des Ordens und Diener aller

Der Sitz des Ordens war Neapel und in dieser Stadt wirkten die Ordensleute unter dem neu gewählten Oberen Franz Caracciolo unermüdlich. Sie scheuten nicht die schmutzigsten Hafengassen, Spitäler und Siechenhäuser und in den Gefängnissen gingen sie aus und ein. Als Oberer sah sich der Heilige verpflichtet noch mehr zu arbeiten als seine Gefährten und ihnen in aller Demut zu dienen. Er nahm sich der schwersten Fälle an und die Armen der Straße drängten sich um ihn, weil sie wussten, dass der Heilige das Letzte für sie geben würde. Franz Caracciolo nutzte dieses Vertrauen zu einem regelrechten „Kreuzzug der Liebe“ gegen den sozialen Hass und das sittliche Elend.

Ewige Anbetung und letzte Lebensjahre

Wie so viele heilige „Apostel der Armen“ suchte auch Franz Caracciolo seine Kraft in der geistlichen Betrachtung und dem Gebet vor dem Allerheiligsten. Damit das Gebet bei all dieser fast unmenschlichen Anstrengung des Dienstes nicht zu kurz komme, führte er in seiner Kongregation die ewige Anbetung ein. So weilte immer einer der Ordensbrüder im Gebet vor dem Allerheiligsten, während die anderen sich auf den Straßen um die Armen kümmerten.

Als er seine Kräfte schwinden fühlte, legte er sein Amt nieder, machte noch eine letzte Wallfahrt zum Marienheiligtum nach Loreto und zog sich in das Abruzzenkloster Agnona zurück, wo er am 4. Juni 1608 im Ruf der Heiligkeit verstarb. In Neapel wird der hl. Pranz Caracciolo als Stadtpatron verehrt.

Quelle: Informationsblatt der Priesterbruderschaft St. Petrus, Juni 2017