Tagesheilige 12. Mai – Hl. Pankratius

Pankratius vor Kaiser Diokletian, nach einem Stich aus dem 19. Jahrhundert
Hl. Pankratius
Märtyrer
Geboren um 290 in Phrygien, Kleinasien
Gestorbe: 12. Mai 304 in Rom
Patron der Erstkommunikanten; der Kinder (Frankreich); 
der jungen Pflanzen und Blüten; gegen Kopfschmerzen und Krämpfe;
 gegen Meineid;
Eisheiliger.
Die Basilika S. Pancrazio fuori le mura an der Via
Aurelia in Rom erinnert bis zum heutigen Tag an Pankratius, den Märtyrer, der
in Süddeutschland und im übrigen deutschsprachigen Raum als „Eisheiliger“ verehrt und manchmal zu den Nothelfern gezählt wird.
Die Erstkommunikanten rufen ihn als Schutzheiligen an, in Frankreich ist er der
Patron der Kinder. Seine Beliebtheit im deutschen Sprachraum geht zurück auf
ein Ereignis, das am 12. Mai 896 stattfand. An diesem Tag eroberte Kaiser Arnulf
von Kärnten, ein Karolinger, die Stadt Rom und schrieb dies seiner Fürbitte zum
heiligen Pankratius zu, den er besonders verehrte.
Die Legende berichtet von Pankratius, daß er als Sohn
eines vornehmen christlichen Römers um 290 in Phrygien in Kleinasien geboren
wurde. Bald nach seiner Geburt starb die Mutter, ein Jahr darauf der Vater.
Pankratius wurde von seinem Onkel Dionys aufgenommen und erzogen. Um 303 zogen
Dionys und Pankratius nach Rom. Zu jener Zeit herrschte der grausame
Christenverfolger Diokletian als Kaiser, das Bekenntnis zum christlichen
Glauben kam dem Todesurteil gleich. Pankratius aber ließ sich nicht
einschüchtern; mit seinem ererbten Vermögen versuchte er, das Leid der
Christen, insbesondere das Schicksal der gefangengenommenen Gläubigen, zu
lindern. Schon bald aber wurde er verraten und vom Statthalter des Kaisers
verhaftet. Zuvor verschenkte er noch sein gesamtes Hab und Gut unter den
Christen.
Kaiser Diokletian versprach Pankratius alle Vorteile des
Lebens, falls er dem Christenglauben abschwören würde. Der inzwischen
vierzehnjährige Jüngling ließ sich jedoch nicht von seinem Glauben abbringen.
Rasend vor Wut über diese Standhaftigkeit, ließ Diokletian schließlich das
Todesurteil über Pankratius sprechen.
Am 12. Mai des Jahres 304 – es war das schrecklichste
Jahr der Christenverfolgung durch Kaiser Diokletian, wurde Pankratius
öffentlich enthauptet. Bis zum letzten Augenblick pries der mutige Christ Jesus
Christus. Den Leichnam des jungen Märtyrers ließen die Schergen zum Fraß für
die Hunde liegen. Eine Christin nahm unter Lebensgefahr den Körper von
Pankratius auf und trug ihn zur Via Aurelia zu den dortigen Katakomben, wo ihn
eine Gruppe Gläubiger beisetzte. Über dem Grab errichtete Papst Symmachus im
Jahr 500 eine Kirche zu Ehren von Pankratius; es war der Vorgängerbau der
heutigen Basilika S. Pancrazio fuori le mura.
Verehrung/Brauchtum: Der Kult von Pankratius ist fast in
ganz Europa verbreitet; in Deutschland blühte er vor allem im 10.Jh. auf,
nachdem Kaiser Arnulf von Kärnten die Eroberung Roms der Fürbitte Pankratius
zugeschrieben hatte. Durch die Verbreitung zahlreicher Reliquien des Märtyrers
wurde die Verehrung noch gefördert.
Darstellung: Pankratius wird immer jugendlich dargestellt,
teilweise in bürgerlicher Bekleidung, manchmal in ritterlicher Tracht. Oft
trägt er eine Krone und ein Schwert in der Hand; im 20. Jh. wurde er manchmal
mit einem Rosenkorb abgebildet. In der Basilika S. Pancrazio fuori le mura hält
Pankratius eine Palme und eine Herzscheibe (Statue). Ein Holzschnitt in der
Vita Sanctorium (1488) stellt Pankratius dar, wie er enthauptet wird.
Quelle: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf –
Schauber-Schindler – Pattloch-Verlag

Bild: Joachim Schäfer – Ökumenisches Heiligenlexikon.