Sel. Arnold Janssen

Wer hat nicht schon von dem Missionshaus Steyl (BIld) an der deutschen Grenze in Holland gehört! Dort werden Missionare für die Heidenländer ausgebildet. Der Gründer der Anstalt, der zugleich auch der Ordensstifter der Missionare von Steyl ist, heißt Arnold Janssen.

Er ist zwar noch nicht heiliggesprochen, aber er dürfte in der Zukunft wohl heiliggesprochen werden, denn durch ihn und seine Missionsordensgesellschaft sind die Grenzpflöcke des Reiches Christi auf Erden um Tausende von Kilometern weiter in die Heidenländer vorangetragen worden.

Arnold Janssen gehört zu den größten Missionaren der Neuzeit, obwohl sein Fuß nie heidnisches Gebiet betreten hat.

Nicht weit von Kevelaer, dem vielbesuchten Gnadenort der lieben Mutter Gottes am Niederrhein, liegt Arnold Janssens Heimatstädtchen Goch. Dort wurde er als zweites Kind in einer Reihe von zehn Geschwistern im Jahre 1837 als Sohn schlichter Bürgersleute geboren. Es war ein körperlich schwacher Junge, der es lange Zeit nicht fertigbrachte, wie die Altersgenossen auf Bäume zu klettern, und der beim Wettlauf gleich Atemnot und Herzklopfen bekam. In der Schule allerdings verhielt sich die Sache anders, denn dort stellte es sich heraus, daß Arnold die Mitschüler an Wissen weit hinter sich zurückließ, und der Herr Kaplan ging zu seinen Eltern und sagte, der Bub müsse studieren. Vater und Mutter meinten daraufhin, daß es nicht so einfach sei, bei zehn Kindern eins studieren zu lassen, aber der liebe Gott werde wohl helfen, auch wollten sie noch besser sparen und sich einschränken, und dann könnte es wohl gehen.

Was war es doch ein Glück, daß Arnold Janssen solch kreuzbrave christliche Eltern hatte, denn wenn diese nicht so opferfroh gewesen wären, wie sie waren, so gäbe es in unserer Zeit villeicht eine ganze Million weniger Heidenchristen auf der Welt. So reichlich ist der damalige harte und tapfere Entschluß dieser prachtvollen Menschen von Gott gesegnet worden. Ehre sei für alle Zeiten den Eltern des großen Missionars Arnold Janssen!

Arnold Janssen besuchte also die höhere Schule, trat später zu Münster in das Priesterseminar ein, empfing die heiligen Weihen und war anschließend sechzehn Jahres lang Lehrer am Gymnasium zu Bocholt in Westfalen. Stramm, streng und gewissenhaft versah er den Dienst. Strenge Lehrer sind freilich nicht immer die angenehmsten, aber doch oft die besten.

Arnold Janssen war indessen nicht nur ein tüchtiger Lehrer, sondern auch ein frommer Priester. Vor allem ging ihm die Not der Heiden zu Herzen. Er betete viel für ihre Bekehrung; auch sammelte er in Wort und Schrift milde Gaben für die Missionare. Eines Tages entschloß er sich, sein Leben ganz in den Dienst der Heidenmission zu stellen. Ganz klein fing er an. Zu Steyl, in einem kleinen Wirtshaus an der Maas, richtete er die erste deutsche Missionsschule ein. In unvorstellbarer Armut begann das Werk, aber es ging schnell voran, und schon vier Jahre nach der Gründung zogen die ersten Glaubensboten nach China. Inzwischen ist der Samenkorn, das am Fest Mariä Geburt des Jahres 1875 in den Boden gesenkt wurde, zu einem mächtigen Baum geworden. Von Steyl aus hat  sich ein missionarischer Ring rund um den Erdball gelegt, und mit den bereits verstorbenen Heidenchristen steigt die Zahl der Bekehrten in die Millionen. Arnold Janssen, der am 15. Januar 1909 starb, darf den größten Missionaren der Welt beigestellt werden, obwohl er nie Missionsland betreten hat.

Die Pflicht, für die Missionen mitzusorgen, erstreckt sich aber nicht nur auf die Missionare, sondern auf alle Katholiken ohne Ausnahme, und um an diese Pflicht zu erinnern, steht in der Weihnachtszeit neben der Krippe in den Kirchen das Negerbüblein, das dankend mit dem Kopf nickt, wenn man ihm eine Gabe spendet.

Festtag 15. Januar

Quelle: Kinder und Hauslegende – Die Heiligen im Messbuch der Kirche – P. Robert Quardt SCJ – Verlag Herder – Freiburg im Breisgau