Sei kein Brecheisen!

Menschen sind leicht zu verletzen

Jedes Kind verlangt mit seinem ganzen Wesen nach Zärtlichkeit und Liebe. Es braucht ein warmes Nest, in dem es sich wohl fühlt, sicher und geborgen. Alles was in diese Geborgenheit einbricht, verletzt, verletzt das Kind an der Wurzel seines Lebens und hinterlässt tiefe Wunden. Menschen können so hart sein, dass selbst der ungeborene Mensch im Mutterschoß seines Lebens nicht sicher ist.

Menschen sind leicht zu verletzen. Bewusst oder unbewusst suchen sie ihr Leben lang ein Zuhause beieinander. Sie sehnen sich nach Verständnis, nach Anerkennung, nach einem Blick der Güte, nach einer helfenden Hand. Wenn sie keine menschliche Wärme, kein Vertrauen finden, sind sie dazu verurteilt, innerlich an Kälte zu sterben. Menschen tragen in ihrem Herzen Wunden davon, die manchmal jahrelang nicht heilen, weil sie in der Härte des täglichen Lebens immer wieder aufreißen. Es gibt so viele Menschen, deren Leben überschattet wird von einer dunklen Wolke: von der grausamen Gleichgültigkeit ihrer Mitmenschen. Menschen sind so leicht zu verletzen. Sei kein Brecheisen! – Phil Bosmans

 

Quelle: Zwischen Gewalt und Gnade – Katholisches Hausbuch 1992 – St. Benno Verlag, Leipzig