Patrona Bavariae

Dieses Fest wird heute am 1. Mai gefeiert und fällt damit mit dem Fest Sankt Josef und dem Beginn des Marienmonats zusammen. Die Freisinger Bischofskonferenz hat diese Änderung vorgenommen. Das Fest fällt jetzt auf einen gesetzlichen Feiertag und verliert damit etwas an Gewicht.

Kurz vor dem Ende des I. Weltkrieges bat König Ludwig III. Papst Benedikt XV. „1. daß die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria als Patronin der Bayern durch den Apostolischen Stuhl erklärt werde, 2. daß ein besonderes Fest dieser Jungfrau Maria unter dem Titel Patrona Bavariae alljährlich im Marienmonat, am 14. Mai, in ganz Bayern gefeiert werden dürfe unter einem entsprechenden Ritus und mit einem besonderen Offizium“. Durch ein Dekret der Kongregation für die Gottesdienstordnung genehmigte der Papst dies am 26. April 1916.

Am 14. Mai 1916 wurde das Fest in München erstmals begangen, das Jahr darauf in allen bayerischen Diözesen.

Der Ursprung des Festes ist aber viel älter und fand hat seinen sichtbaren Beginn mit Kurfürst Maximilian I., der im Jahr 1616 eine überlebensgroße Marienstatue in einer Nische in seiner Münchener Residenz anbringen ließ. Der Sockel trug die Inschrift „Patrona Bavariae“. Deshalb gilt 1616 als das Jahr der Proklamation Mariens zur Schutzfrau Bayerns.

Maximilian I. hatte eine tiefe marianische Verehrung (wichtige Entscheidungen traf er an Marienfesten) und verstand sich selbst bloß als Statthalter, denn er sah in der Muttergottes die eigentliche Regentin Bayerns.

Sichtbares Zeichen für dieses Verständnis ist die Errichtung der Mariensäule auf dem Marienplatz in München. Bei der feierlichen Einweihung der Säule am 7. November 1638 empfahl der Kurfürst sich selbst, sein Land und sein Volk dem Schutz und Schirm der Muttergottes mit folgendem Gebet: „Gott dem Allerhöchsten, der Jungfrau und Gottesgebärerin, der mildreichsten Frau und mächtigsten Beschützerin Bayerns setzt dieses immerwährende Denkmal für die Nachkommen wegen der Erhaltung des Bayernlandes, der Städte, Heere, seiner selbst, seines Hauses und seiner Hoffnungen, dankbar und bittend ihr mindester Pflegesohn Maximilian.“

Wahrscheinlich diente die Mariensäule auf dem Platz vor Santa Maria Maggiore in Rom als Vorbild.

Das Volk reagierte begeistert und die Verehrung der Patrona Bavariae verbreitete sich rasch im ganzen Land.

300 Jahre nach der Proklamation von 1616 erwirkte König Ludwig III., der letzte König Bayerns, von Papst Benedikt XV. eine päpstliche Proklamation. Was, wie schon oben erwähnt wurde, geschah, wodurch Bayern eine Auszeichnung erhielt, die ansonsten nur Polen, Ungarn und Portugal besitzen.

Das Fest wurde 1916 nur in München gefeiert, 1917 in allen Bistümern Bayerns. Bemerkenswert ist, daß dies ein Tag nach der ersten Erscheinung der Muttergottes in Fatima geschah.

Das 300-jährige Jubiläum der Errichtung der Mariensäule im Jahr 1938 durfte aufgrund eines Verbots der Nazis nicht an der Säule selbst, sondern nur in den Kirchen gefeiert werden.

1939 sollte die Mariensäule sogar abgerissen werden, um die U-Bahn bauen zu können. Dies wurde durch den Ausbruch des Krieges verhindert.

Während des Krieges wurde die Statue in der Frauenkirche aufbewahrt, wo sich jeden Samstag die Gläubigen trafen, um einen Rosenkranz für den Frieden zu beten.

Papst Johannes Paul II. besuchte die Mariensäule am 19. November 1980, Papst Benedikt XVI. am 9. September 2006.
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