Nigeria: Christliche Mädchen verschleppt und islamisiert: Schulen im Fadenkreuz der Boko Haram

(Fidesdienst) – Die „Northern Christian Association of Nigeria (CAN)“
warnt in einer Verlautbarung, die dem Fidesdienst vorliegt, vor der
Verbreitung eines neuen Phänomens: christliche Minderjährige werden
verschleppt und müssen zum Islam konvertieren. Die Mädchen werden oft in
den Wohnungen eines Emirs oder radikaler Religionsvertreter
festgehalten, die zum Teil in Verbindung mit der Boko-Haram-Sekte
stehen. CAN betreut im Auftrag von Eltern betroffener Mädchen bereits
fünf solche Fälle. „Wenn Angehörige Anzeige bei der Polizei erstatten,
dann hören sie oft, dass man nichts tun könne. Es entsteht der Verdacht,
dass die Polizei sich der Mittäterschaft schuldig macht“, so Daniel
Babayi, Sekretär der CAN.
 
Christen befinden im Norden Nigerias im Fadenkreuz der
radikalislamischen Boko-Haram-Sekte, die einen islamischen Staat
errichten will. Seit Monten kommt es immer wieder zu terroristischen
Anschlägen auf Kirchen und Morden an christlichen Gläubigen. Vertreter
der Boko-Haram sollen öffentlich erklärt haben, dass „die Entführung von
christlichen Frauen zu den neuen Maßnahmen gegen Christen im Norden
Nigerias gehört, damit diese die Region verlassen“.
 
Zu den Hauptzielen der Gruppe gehören Schulen. An Anfang Juli kamen über
40 Personen, größtenteils Schüler, bei einem Anschlag auf ein Internat
in Yobe ums Leen. Bei einem weiteren Anschlag auf eine Schule wurde in
jüngster Vergangenheit ein Schlafsaal in Brand gesteckt, in dem Schüler
schliefen. Diejenigen, denen die Flucht vor dem Feuer gelang wurden
kaltblütig erschossen. Der Anführer der Boko-Haram, Abubakar Shekau,
forderte öffentlich zu weiteren Anschlägen auf Schulen auf „die die
westliche Erziehung verbreiten“.
Zur Bekämpfung der Gewalt der Boko-Haram-Sekte wurde vor zwei Monaten in
den nigerianischen Staaten Borno, Yobe und Adamawa, wo die Bedrohung am
größten ist, der Ausnahmezustand ausgerufen.