Jesus, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast

Von Monsignore Florian Kolfhaus

So wie also Eva durch ihren Ungehorsam zur Todesursache ihrer selbst und des ganzen Menschengeschlechtes wurde, so wurde Maria, gleichfalls durch ihren Gehorsam, Ursache des Heiles für sich selbst und das ganze Menschengeschlecht. (hl. Irenäus von Lyon)

„Fiat lux. – Es werde Licht“ (Gen 1, 3) – Das ist das erste Wort, das Gott ins Nichts hinein spricht, um das Werk der Schöpfung zu beginnen. Zehnmal spricht der Herr „fiat“, um Raum und Zeit, Himmel und Erde, Engel und Menschen, Pflanzen und Tiere ins Dasein zu rufen. Sein Wort stiftet die sichtbare und unsichtbare Wirklichkeit. Er tut dies aus reiner, überfließender Liebe, da doch keines seiner Geschöpfe seine Seligkeit und Größe mehren kann, sie aber Anteil erhalten sollen – je auf ihre Weise – an seiner Herrlichkeit.

Maria, die unter dem Kreuz zur Mutter aller geworden ist, die den Namen Christi tragen, hört nicht auf, das große Wort von Nazareth zu sprechen, wenn wir sie in unseren Nöten anrufen. Sie ist die „bittende Allmacht”, die das Herz eines Gottes zu rühren weiß, der als Kind unter dem ihren heranwuchs. Spricht sie „Fiat“ – „Es geschehe“, so wird es. Bittet sie, so gehorcht ihr der Himmel. „Bei Gott ist kein Ding unmöglich“ (Lk 2, 37) hat der Engel gesagt. „Bei Maria ist kein Ding unmöglich!“ So  können wir voll Vertrauen sagen. Wie dürften wir das nicht von der Frau bekennen, die durch ein einziges Wort der Welt den Erlöser gebracht hat?

 

Quelle: Als Anregung und Vertiefung (des Rosenkranzgebets) veröffentlicht CNA (zum Ende des 100. Fatimajahres) – mit freundlicher Genehmigung von Msgr. Dr. Florian Kolfhaus – dazu in Auszügen seine Betrachtung zu den Rosenkranzgeheimnissen aus dem Buch: „Der Rosenkranz – Theologie auf Knien“, erschienen im Dominus-Verlag, Augsburg.

https://de.catholicnewsagency.com/article/die-geheimnisse-des-rosenkranzes-zum-mitbeten-am-ende-des-fatima-jahres-0164