Herr, wir haben keinen Wein mehr.  

Schenke uns die Aufmerksamkeit des Herzens, dass wir über und und unsere Aufgaben hinausschauen und erspüren, wo etwas zur Neige geht, wo das gewisse „Etwas“ fehlt.

Schenk uns die Kraft, die Not anderer zu unserer eigenen werden zu lassen. Gib uns die Bereitschaft, dass wir uns auch für unscheinbare Nöte großherzig einsetzen.

Schenke uns den Mut, auch wunde Punkte beim Namen zu nennen, auch wenn wir nicht selbst helfen können, nicht um anzuklagen oder zu jammern, sondern aus liebender Verantwortung.

Schenke uns die Klugheit, für unsere Anliegen den richtigen Gesprächspartner zu finden. Schenke uns den Glauben, dass Jesus uns versteht und helfen wird, wenn seine Stunde da ist. Und lass uns nicht verzagen, wenn unsere Bitten kein Gehör zu finden scheinen, wenn wir dafür sogar getadelt werden: In allen geschehe dein Wille!

Herr, was du uns sagst, das wollen wir tun: Lass an unserer Seite Menschen sein, die an unseren Willen glauben können, die uns aufmerksam machen auf die Not anderer.

Maria, weise auch heute deinen Sohn darauf hin, dass uns der Wein ausgeht, vielen Menschen aber das Brot fehlt.

 

Quelle: Seine Mutter – unsere Schwester – Maria kennenlernen mit Gebeten aus zwei Jahrtausenden – Hrsg.: von Wolfgang Bader – Verlag neue Stadt – München – Zürich – Wien