Gottes Lieblingsandacht – I

Die Andacht zum heiligen Willen Gottes

Sie ist eine der allerältesten des Christentums. Wir begegnen ihr schon im Leben der heiligen Apostel und auf jenen wenigen Seiten der Heiligen Schrift, auf denen uns die zarte, geheimnisvolle Innenwelt der heiligen Jungfrau angedeutet wird.

Vor allem aber duftet uns die blaue Blume jener Andacht entgegen aus dem stillen Garten von Gethsemane. Hat Jesus da nicht, in jener denkwürdigen Nacht des Gründonnerstages, eine ergreifende Andachtsstunde zum heiligen Willen Gottes gehalten? Ja, kam nicht sein ganzes Erdenleben als eine solche einzige Andachtsstunde bezeichnet werden?

Begonnen ward sie mit jenem ersten Gebet seiner Kindheit:

„O Gott, Brandopfer und Gaben hast du nicht gewollt, aber siehe, … ich komme, deinen Willen zu tun“ (Hebr. 10, 6. 7.) Und beschlossen wurde jene Andachtsstunde seines Lebens wie mit einem Amen durch das inhaltsschwere: „Es ist vollbracht“, das noch von seinen erbleichenden Lippen kam. – Wahrhaft, diese Andacht ist keine neue. Wollen wir nicht unsere Seele mit einer Andacht erfüllen, die die Seele aller heiligen, ja die Seele Christi selbst erfüllte? Drängt es uns nicht, wenn Christus selbst eine Andacht hält, an seiner Seite niederzuknien und mit zu beten?

„Zur Zeit einer schweren Krankheit dürfen wir von unserer Seele nichts anderes fordern als Gedanken der Unterwerfung, der Ergebung, der heiligen Vereinigung unseres Willens mit den göttlichen Ratschlüssen.“  (Hl. Franz von Sales)

 

Quelle: Sonne Dich – P. Max Dudle SJ. – Hrsg.: DVCK e. V., Frankfurt am Main