Für die Sterbenden beten

Die Josefsbruderschaft – ein Werk geistlicher Barmherzigkeit

Erste Hilfe bei Unglücksfällen und Rettung des Lebens ist uns selbstverständlich. Denken wir aber auch an die Rettung der Menschen für das ewige Leben?

Täglich sterben weltweit über 500.000 Menschen!

Wenn es um das eigene Sterben geht, wünschen sich die meisten Menschen eine vertraute Umgebung, möglichst in der eigenen Familie.

Aber der größte Teil der Bevölkerung stirbt im Krankenhaus, oft sehr einsam. Denn nicht immer finden sich Angehörige, die am Sterbebett ausharren und mit dem Schwerkranken beten. Nur noch selten wird ein Priester zum Sterbenden gerufen. Doch die Sterbestunde ist für jeden Menschen der Augenblick letzter Entscheidung für die Ewigkeit.

Für die sterbenden Menschen zu beten ist daher ein wichtiges Werk christlicher Nächstenliebe. Das erkannte besonders der große J osefs- Verehrer, der heilige Don Alois Guanella. Anfang des 20. Jahrhunderts rief daher er die Josefsbruderschaft ins Leben, die 1913 von Papst Pius X. offiziell kanonisiert wurde, um die ganze Christenheit zum Gebet für die Sterbenden einzuladen.

Inzwischen ist diese Bruderschaft über die ganze Erde verbreitet. Im deutschsprachigen Raum ist sie im Kloster St. Trudpert im Schwarzwald bei der Schwesternschaft St. Josef beheimatet. Ihr oberstes Ziel ist es, durch das Gebet „die Fürsprache des Heiligen Josef, des Patrons der Sterbenden, die Gnade eines guten Todes für diejenigen in aller Welt“ zu erlangen, die dem Heimgang nahe sind. Außer den täglichen Gebeten und Fürbitten sowie der „Immerwährenden heiligen Messe“ für die Sterbenden, ist ein weiteres wichtiges Ziel die Verbreitung der Verehrung und der Nachahmung der Tugenden des Heiligen Josef. In der Josefsbruderschaft vereinen sich also Gläubige, um täglich für die Sterbenden des Tages zu beten.

Die Mitglieder dieser Bruderschaft beten morgens und abends dieses kleine Gebet:

“Heiliger Josef, Nährvater Jesu Christi und wahrer Bräutigam der seligsten Jungfrau Maria bitte für uns und für die Sterbenden dieses Tages / dieser Nacht!“

Als ihr besonderes Aposotolat sieht die Josefs-Bruderschaft, die Gnadenfülle des Kreuzesopfers Christi besonders jenen zuzuwenden, die plötzlich, ohne Sakramente und ohne Beistand eines Priesters oder eines gläubigen Christen sterben. Dazu sind alle Gläubigen eingeladen. Um sich in die Erzbruderschaft des Heiligen Josef vom guten Tod einschreiben zu lassen, reicht es, seine Anschrift dem Kloster St. Trudpert mitzuteilen. Die Anmeldung ist kostenlos (freiwillige Spenden sind möglich), die Mitgliedschaft gilt ein Leben lang und bedarf keiner Erneuerung. In der Josefsbruderschaft gibt es weder Vereinsversammlungen noch Mitgliedsbeiträge. Auch keine Vereinszeitschriften. Es ist eine geistliche Gemeinschaft, die für die Sterbenden betet und den heiligen Josef verehrt.

Sich bei der Bruderschaft anmelden bzw. weitere Auskünfte erhalten kann man unter Schwesternschaft St. Josef e.V. Kloster St. Trudpert – Sitz der Josefbruderschaft -D-79244 Münstertal / Schwarzwald
sr.bernita@kloster-st-trudpert.de
www.kloster-st-trudpert.de

Quelle: „Fatima ruft“ – Fatima Aktion e.V., Kißlegg. Nr. 226 – 3/2014, Ss. 14-15.

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Der heilige Alois Guanella
Gründer der Josefsbruderschaft

1842 wurde Alois Guanella in einem kleinen Alpendorf nördlich vom Comersee geboren.

Während seiner Kaplanszeit arbeitete er drei Jahre in Turin beim heiligen Don Bosco. Er fühlte sich aber mehr zur Hilfe für geistig und behinderte Menschen berufen als zur Jugendarbeit, wie Don Bosco. Dazu gründete er die Brüder- und Priestergemeinschaft „Servi della Carita“ – „Diener der Caritas“ im Volksmund „Guanellianer“ genannt, die heute in 20 Ländern vertreten sind.

Unter Papst Pius X. eröffnete Guanella in Rom ein Institut für Behinderte und erbaute im Auftrag des Papstes eine Kirche zu Ehren des heiligen Josef, dem Patron der Sterbenden. Zugleich gründete er die Bruderschaft des hl Josef, dem Patron der Sterbenden, die der Papst 1913 autorisierte.

Alois Guanella starb am 24. Oktober 1915 und wurde 1964 von Papst Paul VI. selig-, und am 23. Oktober 2011 in Rom heilig gesprochen.

 

Quelle: „Fatima ruft“ – Fatima Aktion e.V., Kißlegg. Nr. 226 – 3/2014, S. 15.