„Feuer im Hause Gottes“

Paulo Roberto Campos

Als ich am 28. April, am Fest des hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort (1673-1716) — der große französische Missionar, der marianische Lehrer schlechthin, der die Lehre des heiligen Sklaventums zur Muttergottes in großartiger Weise erklärte – sein bekanntes Flammengebet betete, wurde ich plötzlich von der Erinnerung an das verheerende Feuer von Notre Dame de Paris überfallen.

In diesem Gebet, das der hl. Ludwig Grignion verfasst hat (siehe unten), ist es unmöglich, sich nicht an ein anderes „Feuer“ zu erinnern, das „Selbstzerstörung“ (von Papst Paul VI) genannt wurde und sich in der Heiligen Kirche ausbreitet: „der Rauch des Satans im Tempel Gottes“… und wieder, vom Bild des Feuers angegriffen zu werden, das das die Christenheit ins Herz getroffen hat.

Es ist noch nicht sicher, ob das Feuer in Notre Dame zufällig ausgebrochen oder durch Brandstiftung verursacht war, doch einige muslimische Führer feierten die grausame Entstellung von Notre Dame. Zum Beispiel feierten die Dschihadisten des „Islamischen Staates“ den Brand der Kathedrale ganz offen. Eine Website (die extremistische Aktivitäten im Internet überwacht) berichtete, dass sie sich über die Tragödie „amüsiert“ hätten und sie „ein Schlag ins Herz der Kreuzzugsführer“ qualifizierte. (Siehe „VEJA“*, 24.4.19).

Hier bringe ich Auszüge aus dem letzten Teil des „Flammengebets“, das auf den letzten Seiten der berühmten und außerordentlichen „Abhandlung über die wahre Hingabe an die Heilige Jungfrau“ zu finden ist:

»Auf unserer Seite aber, o mein Gott, soll, obwohl in Deinem Dienst so großer Ruhm und Gewinn, soviel Freude und Vorteil winken, wird fast niemand für Dich Partei ergreifen, fast kein Soldat sich unter Deine Fahne stellen? Kein hl. Michael sollte mehr für Deine Ehre eifern und inmitten seiner Brüder rufen: Quis ut Deus? „Wer ist wie Gott“?

Ach, lass mich rufen überall: Feuer! Feuer! Feuer! Zu Hilfe! Zu Hilfe! Zu Hilfe! Feuer im Hause Gottes! Feuer in den Seelen! Feuer bis ins Heiligtum! Zu Hilfe unserem Bruder, den man ermordet! Zu Hilfe unseren Kindern, die man erwürgt! Zu Hilfe unserem guten Vater, den man erdolcht! „Wer auf Seite des Herrn steht, geselle sich zu mir.“ Qui Domini est jungatur mihi (Ez. 32,26).

O dass doch alle guten Priester auf der ganzen Welt, mögen sie mitten im Kampfe stehen oder sich aus dem Handgemenge in die Wüsten und Einöden zurückgezogen haben, o dass doch alle guten Priester kommen und sich mit uns vereinigen möchten: Vis unita fit fortior. Unter dem Banner des Kreuzes wollen wir ein in Schlachtordnung aufgestelltes und wohlgeordnetes Heer bilden, um gemeinsam die Feinde anzugreifen, die schon zum Sturm geblasen haben: Sonuerunt, frenduerunt, fremuerunt, multiplicati sunt.

Dirumpamus, vincula eorum, et proiiciamus a nobis iugum ipsorum. Qui habitat in coelis, irridebit eos (Ps 2,3-4) „Die Feinde toben, lärmen, rasen und rotten sich zusammen. Lasset uns ihre Fesseln zerreißen und ihr Joch von uns werfen. Der im Himmel thront, spottet ihrer.“

Exsurgat Deus et dissipentur inimici eius (Ps 67,1). Exsurge, Domine, quare obdormis? Exsurge! (Ps 43,24) „Es erhebe sich Gott, auf dass seine Feinde zerstieben. Erhebe Dich, o Herr, warum schläfst Du? Erhebe Dich!“

O Herr, erhebe Dich! Warum scheinst Du zu schlafen? Erhebe Dich in Deiner ganzen Allmacht, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit, um Dir eine auserwählte Schar als Garde zu bilden, die Dein Haus bewache, Deine Ehre verteidige und Seelen rette, damit nur ein Schafstall und ein Hirt werde, auf dass alle Dir die Ehre geben in Deinem heiligen Tempel: Et in templo eius omnes dicent gloria! (Ps 28,9) Amen.«

*) brasilianisches Nachrichten-Wochenmagazin

Quelle: www.abim.inf.br/ vom 26,4,2019. Originaltitel: „Fogo na Casa de Deus“.