Fatima „in omnem terram exivit et in finis orbis terrae“

Die Madonna von Fatima „ging in alle Länder bis zu den Enden der Welt“

Msgr. José Correia da Silva, Bischof von Leiria (1920-1957)

Schreiben Sr. Exzellenz des hochwürdigen
Bischofs von Leiria, Msgr. Correia da Silva
(in dessen Diözese Fatima liegt), an den Verfasser.

Hochwürdiger Herr Professor da Fonseca!

Ich beglückwünsche Ew. Hochwürden von ganzem Herzen zu dem großen Erfolg Ihres schönen Buches „Le meraviglie di Fátima“.

Doch da soli Deo honor et gloria, wollen wir vor allem Gott durch die heiligste Jungfrau unseren Dank darbringen. Er sei gepriesen!

Es ist wirklich staunenswert, dass unsere teure himmlische Mutter einen so armseligen und unbekannten Ort wählte, um ihre Wohltaten auszustellen – wüstes, unwegsames, wasserloses Land – und zu ihren Vertrauten machte sie drei ungebildete und unwissende Kinder; solche Mittel, die nach menschlichen Ermessen ganz untauglich sind, bediente sie sich, um der ganzen Welt ihre himmlische Botschaft kundzutun.

Wie sehr die Madonna von Fatima in Portugal geliebt wird, zeigen unter anderem die unaufhörlichen Wallfahrten großer Menschenmengen, die weder durch die Schwierigkeiten des Weges noch durch jene des Krieges verhindert oder vermindert werden; und letzthin der Triumphzug des Ehrwürdigen Gnadenbildes nach der Landeshauptstadt, bei dem das Volk von allen Seiten herbeiströmte, um ihm in den großen Städten wie in den ärmsten Dörfern zuzujubeln, und mehr noch der begeisterte Empfang, den man ihm in Lissabon bereitete, ein Empfang, wie er Monarchen und Triumphatoren nicht zuteil wurde.

Auch den überseeischen Provinzen, in Afrika, Asien, Ozeanien, Afrika, wird die Jungfrau von Fatima in gleicher Weise geliebt und verehrt: überall erheben sich Kirchen, bilden sich Institutionen und Missionen, welche – von ihr gesegnet – die Seelen in immer größeren Zahl anziehen und ihrem göttlichen Sohn zuführen.

Auch in Amerika (Südamerika), besonders in Brasilien, Argentinien, Kalifornien (Nordamerika), ist die Verehrung der Madonna von Fátima sehr verbreitet.

Wahrlich, in omnen terram exivit et in fines orbis terrae, und noch sind wenig mehr als 50 Jahre verflossen!

Welches ist nun der Geist der Andacht zur Madonna von Fátima?

Die heiligste Jungfrau betonte vornehmlich die Notwendigkeit des Gebetes, indem sie besonders den Rosenkranz empfahl; die Pflicht der Buße, der Lebensreform und des Abscheus vor jeder, besonders aber der unreinen Sünde, die so viele Seelen in die Hölle stürzt; in einer Vision ließ sie die Kinder einen Blick in diesen „Ort der Qual“ tun, der so schrecklich ist, dass sich die unschuldigen Kleinen tief erschreckt entschlossen, alle nur erdenklichen Abtötungen und Opfer auf sich zu nehmen, um die Sünder zu bekehren und vor jener ewigen Strafe zu bewahren.

Wenn wir nach den letzten Grund der Erscheinungen fragen, die so reich sind an Unterweisungen und Wundern – über die das Buch Ew. Hochwürden so getreu berichtet (es ist die vollständigste Schilderung, die wir bisher haben) -, so finden wir ihn in der mütterlichen Güte des Unbefleckten Herzens Mariä, der Mutter Jesu und unsere Mutter.

Ich bitte die heiligste Jungfrau, sie möge die Bemühungen Ew. Hochwürden auch weiterhin segnen, damit in dieser armen Welt, die von Feuer de Hasses verzehrt wird, die Liebe zu unserer mildreichen Mutter und Königin verbreitet werde.

Leiria (Portugal), 21. November 1945

Ew. Hochwürden Diener in Christo

José, Bischof von Leiria

 

Quelle: Maria spricht zur Welt – Geheimnis und Weltgeschichtliche Sendung Fatimas – L. Gonzaga da Fonseca – Tyrolia-Verlag – Innsbruck, Wien, München