„Er liebte seine Kirche.“

Von Vladimir Kolupaev – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=40043056

Wenn man in Rom durch die sogenannte Porta Pia, durch welche im Jahre 1870 die Piemontesen in die Ewige Stadt einbrachen, auf der Landstraße zur Kirche des heiligen Laurentius hinausgeht, so kommt man an einem großen Friedhof vorbei. Unter dunklen Zypressen liegen dort lange Reihen von Gräbern, wo neben den Einheimischen auch viele Fremde dem großen Auferstehungstag entgegenharren. Einer von diesen Grabhügeln bedeckt die irdischen Überreste des edlen Kardinals Memillod von Genf. Ein prunkloser Grabstein bezeichnet sein Ruhestätte, aber derselbe trägt eine Inschrift, die einen ergreift, sie lautet: „Dilexit ecclesiam. Er liebte seine Kirche.“

Was für ein schönes Wort für einen Bischof. Ist das nicht schöner als eine lange Reihe von Ehrentiteln, wie man sie bisweilen auf den Denkmälern der Verstorbenen liest? Denn wo Liebe ist, ist auch Begeisterung, und wo Begeisterung ist, ist frisches, frohes Schaffen, freudiges Kämpfen und opferwilliges Dulden und Leiden.

„Er liebte seine Kirche“, das muss man, lieber Leser, einst auch von dir sagen können. Denn die Kirche muss dir das Teuerste sein, was du auf Erden hast, muss dir wie eine Verkörperung der Liebe des göttlichen Herzen erscheinen.

Beim Gedanken: „Ich bin katholisch“, muss dir das Herz höher schlagen, das Auge in Dankbarkeit leuchten und deine Hand sich zu Gebete falten: „O Gott, erhalte mich als Kind der Kirche bis zum letzten Atemzuge.“ Je mehr man dem Herrgott dient, um so mehr muss man unter dem Kreuze stehen!

„Wer sich des Armen erbarmt, wird Selig
Wer an den Herrn glaubt, liebt die Barmherzigkeit.“ (Spr. 14, 21.)

Bist du Familienvater, dann sollte man die Inschrift auf deinen Grabstein setzen dürfen:
„Dilexit ecclesiam et suam familiam! Er liebte die Kirche und seine Familie!“

 

Quelle: Sonne Dich – P. Max Dudle SJ. – Hrsg.: DVCK e. V., Frankfurt am Main