Ein Held der Sanftmut und Liebenswürdigkeit.

Dieses edelste Heldentum, diese innere sittliche Größe finden wir am hl. Franz von Sales; es ist nichts anderes als seine Liebenswürdigkeit, der „eigentliche, kennzeichnende Zug seiner Persönlichkeit, von der ihm seine Allgewalt über die Menschenherzen kam“. – Seine Liebenswürdigkeit ging tief, kam aus der grundtiefen Nächstenliebe, wie sie mit Flammenworten im ersten Korintherbriefe (Kap. 13) beschrieben wird; sie ging tief und kostete heldenmütige Opfer!

Die beste Zeugin, die hl. Franziska von Chantal, versicherte uns, daß die Liebe zum Nächsten den Heiligen unendlich viele Unannehmlichkeiten und unzählige Opfer in jeder Hinsicht gekostet hat. Am besten aber sagt er selber es aus, indem er jenen den wahren und starken Helden nennt, der die täglichen, natürlichen Fehler des Nebenmenschen mit Geduld trägt. Von den hundert erläuternden Beispielen seien nur zwei erwähnt: Einer seiner Diener, obgleich schon alt, wollte sich verheiraten. Der Heilige selbst setzte ihm das Heiratsgesuch auf, und zwar so schön, daß die Erwählte ganz gerührt ihre Einwilligung gab. Zeigt dieses Beispiel die sonnige Heiterkeit seiner Nächstenliebe, so das andere den heroischen Opferwillen: Er nahm nämlich einen taubstummen Jungen in seine Dienste, nur um an ihm Geduld und Barmherzigkeit ständig zu üben. Wahrlich, das ist Liebenswürdigkeit!

„Zwei Dinge werden dich im frommen Leben bewahren: der ernste Entschluss, alle Pflichten deines Standes zu erfüllen, und starker Mut, dich nicht zu ängstigen und zu entrüsten bei den Fehlern, welche du dabei begehen kannst“.  (Hl. Franz von Sales)

 

Quelle: Sonne Dich – P. Max Dudle SJ. – Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“ – DVCK e.V. S. 37