Die Zeiger an der Uhr

Wie oft des Tages siehst du nicht hin auf die Uhr, um an ihr die Stunde des Tages zu ersehen. Was nun der Zeiger an einer Uhr ist, das ist an deinen Körper die Zunge. Ist deine Zunge stets wohlgeordnet, gebrauchst du die Zunge stets richtig? – Daher schreibt der heilige Jakobus: „Wer mit der Zunge sich nicht verfehlt, der ist ein vollkommener Mann!“ Derselbe schildert dann auch in seine Briefe, wie schwer es dem Menschen falle, die Zunge, die so klein ist und doch so Großes anrichtet, ganz im Zaume zu halten. Der Herr Spricht (Matth. 12. 34): „Wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund.“ Wenn du daher bei jeder Gelegenheit, bei einer kleinlichen Veranlassung, bei irgendeiner Widerwärtigkeit in der Arbeit von Seiten deines Nächsten in ungeduldige, zornige oder gar Fluch- und Scheltworte ausbrichst, wenn du bei jeder Gelegenheit deinen Mund voll hast mit bösen Tadel und liebloser Rede, so ist das ein unverkennbares Zeichen, daß es in deiner Seele nicht mehr richtig aussieht, daß daselbst böse Leidenschaften ihren Sitz genommen. Wenn du mit Freuden jede Gelegenheit ergreifst, wo du von dir etwas Rühmliches sagen kannst, da zeigt der Zeiger der Uhr, deine Zunge, aus eins, das ist auf die erste sieben Hauptsünden, auf Stolz und Hoffart.

Sorge also mein Christ, daß deine Uhr. d.i. dein Inneres, in Ordnung ist,
auf daß auch der Zeiger deiner Zunge, recht gehe.

 

Oft fing ich an:
Zu leben, zu streben.
Hab’s wieder aufgegeben…
Oft fing ich an.

Oft fing ich an:
Mich zu bekriegen,
Mich zu besiegen,
Tat unterliegen…
Oft fing ich an.

Oft fing ich an:
Es war nur ein Träumen,
Ein Zaudern ein Säumen,
Jetzt will ich mich Bäumen,
Jetzt fang‘ ich an.

Quelle: „Sonne Dich“ – P. Max Dudle – Hrsg.: DVCK e.V. – Deutsche Vereinigung für eine Christliche Kultur