Die Wirkungen der Feier der Krankensalbung

Eine besondere Gabe des Heiligen Geistes. Die erste Gnade des Sakramentes ist eine Stärkung, Beruhigung und Ermutigung, um die mir einer schweren Krankheit oder mit Altersschwäche gegebenen Schwierigkeiten zu überwinden. Diese Gnade ist eine Gabe des Heiligen Geistes, der das Vertrauen auf Gott und den Glauben an ihn erneuert und gegen die Versuchungen des bösen Feindes stärkt, gegen die Versuchung von Entmutigung und Todesangst. Dieser Beistand des Herrn durch die Kraft seines Geistes will den Kranken zur Heilung der Seelen führen, aber auch zur Heilung des Leibes, wenn das im Willen Gottes liegt. Und „wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben“  (Jak 5,15).

Die Vereinigung mit dem Leiden Christi. Durch die Gnade dieses Sakramentes erhält der Kranke die Kraft und die Gabe, sich mit dem Leiden des Herrn noch inniger zu vereinen. Es wird gewissermaßen dazu geweiht, durch die Gleichgestaltung mit dem erlösenden Leiden des Heilandes Frucht zu tragen. Das Leiden, Folge der Erbsünde, erhält einen neuen Sinn: es wird zur Teilnahme am Heilswerk Jesu.

Eine kirchliche Gnade. Dadurch, daß  sie „sich aus freien Stücken mit dem Leiden und dem Tod Christi . . . vereinigen“, tragen die Kranken, die dieses Sakrament empfangen, „zum Wohle des Gottesvolkes“ bei (LG !!). Bei der Feier der Krankensalbung tritt die Kirche in der Gemeinschaft der Heiligen für den Kranken ein. Der Kranke hingegen trägt durch die Gnade des Sakramentes zur Heiligung der Kirche und zum Wohl aller Menschen bei. Für die die Kirche leidet und sich durch Christus Gott dem Vater darbringt.

Eine Vorbereitung auf die letzte Reise. Wenn schon das Sakrament der Krankensalbung denen gewährt wird, die an schweren Krankheiten und Schwächen leiden, dann erst recht denen, die im Begriff sind, aus diesem Leben zu scheiden (die „sich schon am Endes des Lebens zu befinden scheinen“: Konzil von Trient: DS 1698). Deshalb wird es auch „das Sakrament der Sterbenden genannt“ (ebd.). Die Krankensalbung macht uns endgültig dem Tod und der Auferstehung Christi gleichförmig, was die Taufe schon begonnen hatte. Sie vollendet die heiligen Salbungen, die das ganze christliche Leben prägen: Die Salbung der Taufe hat uns das neue Leben eingegossen; die der Firmung hat uns zum Kampf dieses Lebens gestärkt. Diese letzte Salbung versieht das Ende unseres irdischen Lebens gleichsam mit einem festen Wall im Blick auf die letzten Kämpfe vor dem Eintritt in das Haus des Vaters.

Quelle: Katechismus der Katholischen Kirche
Oldenbourg – Benno – Paulusverlag – Veritas (Nr.  1520-1523)

Quelle Bild: Wilhem Pichler, „Katholisches Religionsbuch“. Mediatris-Verlag, 1993