Die österliche Zeit

Ein schwerer Gang
Die österliche Zeit wird ersehnt von vielen, aber auch gefürchtet
von einigen. Warum? Weil ein schwerer Gang bevorsteht. Weil man niederknien
muss auf dem harten Holz des Beichtstuhls, weil man seine Sünden bekennen soll
vor dem Priester,weil man sein böses Tun bereuen und das Versprechen geben
muss, ein ordentlicher Mensch und Christ zu sein. Ist das so schlimm?

Beichtstuhl in einer Krakauer Kirche

Hast du nicht vielleicht schon einen schweren Gang gemacht
vor Gericht? Du warst unschuldig und doch hattest du Angst. Ist das ein
angenehmer Gang, den du zuweilen machen musst zum Steuereinnehmer, der auch
allerhand neugierige Fragen stellt und Antworten wissen will über die
Geheimnisse deines Vermögens und Einkommens?
Ist es nicht so ganz anders, wenn du gehst deine Ostern
halten? Keine Polizei, kein Gendarm, kein Beamter holt dich. Nein, aus freier
Überzeugung sollst du gehen. Und du sollst nicht bloß deine Last dort lassen im
Beichtstuhl. Es werden nicht bloß deine Sünden ewig ausgelöscht und vergessen,
wenn du beichtest. Nein du wirst dort noch etwas holen und mit heimbringen, das
Glück und den Frieden deiner Seele.
Kehre wieder heim! Laut und feierlich laden die Osterglocken
zum Empfang der heiligen Ostersakramente ein.
1. Es ist eine große Verantwortung, das
Ostergebot zu missachten, Jahre ohne die Gnade zuzubringen und für die Ewigkeit
zu verlieren.
2. Gottes Langmut ist begrenzt durch
seine Heiligkeit und Gerechtigkeit. Mit der Gnade Gottes lässt sich nicht
spielen, sie ist durch Jesu blutigen Opfertod erworben, wenn du sie jetzt von
dir weisest, bist du nicht sicher, ob du später noch Zeit und Gelegenheit dazu
hast. Kehre wieder heim in dieser Osterzeit, zum Vaterhaus der Kirche, zur
Liebe Jesu — und wäre es nach langen Jahren.
„Deinem geistlichen Führer öffne das Innere mit vollem
Vertrauen, wie der Sohn dem Vater, und wie der Kranke dem Arzte sein Übel
verrät.“
  (Hl. Franz von Sales)

Quelle: Sonne Dich – P. Max
Dudle SJ. – Hersg.: Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“ – DVCK e. V.,
Frankfurt am Main