Die Liturgie am Weihnachtsfest

Die Liturgie am Weihnachtsfest nimmt uns mit nach Bethlehem, an die Krippe des neugeborenen Gott-Königs. Wir folgen. Wir knien anbetend nieder und stammeln in Ehrfurcht und Ergriffenheit die Worte des Credo:

„Ich glaube an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn. Er ist aus dem Vater geboren vor aller Zeit. Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater. Durch ihn ist alles geschaffen. Für uns Menschen und um unseres Heiles willen ist er vom Himmel herabgestiegen. Er hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist, aus Maria der Jungfrau, er ist Mensch geworden!“

Wir sind eingeladen dies ganz lebendig zu glauben. Müßte dieser Glaube uns nicht zur Liebe zu Dem entflammen, der um unsretwillen sich selbst entäußert, sich erniedrigt und gehorsam wird bis zum Tode. Wir aber sind mit der Liebe zu unserem Erlöser all zu sparsam.

Müsste der lebendige Glaube an das Weihnachtsgeheimnis uns nicht unaussprechlich glücklich machen? Gab uns doch Gottes Sohn die Vollmacht, mit Ihm zusammen Kinder des Vaters zu sein, teilhaft des göttlichen Lebens, das im Werk der Erlösung, Kraft der Menschwerdung Gottes, in unsere Herzen eingegossen ist. Wir leben so wenig in dieser weihnachtlichen Wirklichkeit, „von Seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade um Gnade“.

Gott gibt sich uns im Geheimnis der Menschwerdung ganz hin, mit allem, was Er ist und hat. Er weiß, dass alles andere uns nicht genügen kann.

Mit der Kirche beten wir am Weihnachtsmorgen: „Wir bitten Dich, allmächtiger Gott, gib, dass der heute geborene Heiland der Welt, wie Er für uns der Urheber der Gotteskindschaft ist, ebenso auch der Spender der Unsterblichkeit sei“.

 

Pater Klaus Gorges Priesterbruderschaft St. Petrus
im Advent 2015