Dich, Gott, verkündet die Natur

Dich, Gott, verkündet die Natur.
Was lebt und schwebt, trägt deine Spur.
„Wir haben uns nicht selbst gemacht!“
Das ruft des Himmels stille Pracht;
das ruft das ganze Erdenrund;
das tun der Tag, die Nacht uns kund.
Die Blumen, schön geschmückt wie Salomo,
der Vögelchor, bei seinem Liede froh,
das Pferd, der treue Hund, das Wollenlamm
und alle Tiere, klein, groß, wild und zahm,
der Wein mit seiner edlen Kraft,
das Obst mit dem Gesundheitssaft,
das reife Korn, der Erde Segen,
das Licht, dem alles Auge harrt,
der Lebensluft Allgegenwart,
Blitz, Donner, Reife, Schnee und Regen,
Mond, Sonne und der Sterne Heer,
die Flüsse, Brunnen, Quell und Meer,
der Berg, das Tal, der Wald, das Feld,
und alle Welt, und alle Welt,
selbst auch mein Leib, erbaut, o Gott!, von dir,
und jedes Glied und Sinn und Nerv an mir,
Haupt, Aug und Ohr, und Mund und Hand,
die ich zu Dir erhebe,
die Haut so künstlich ausgespannt,
der Adern sein Gewebe,
verkündet Deinen Ruhm und Deine Güte,
und hebt zu Dir das staunende Gemüte.
„O Menschen, brauchet uns zu Gottes Ehre!
Erkennt und liebt und ehrt und preiset Ihn
mit frohem Wandel und mit reinem Sinn –
das ist sein Will‘ und seiner Schöpfung Lehre!“

(Bischof Sailer, WW 26,40-41)