Das Leben des Christen soll eine beständige Buße sein

 

a) Pier Giorgio Frassati hatte ein Geheimnis. Im Elternhaus hatte er keine Not. Er konnte Skidahren, reiten, bergsteigen, studieren. Sein Vater hatte eine hohe Stellung – trotzdem führte Giorgio ein einfaches Leben – freiwillige Entbehrungen – um sich von Reichtum und Wohlhabenheit nicht fesseln zu lassen.

Man fragte ihn, warum er so streng lebe. „Wir wissen nicht, was die Zukunft bringen kann, aber ein gutes Leben ist auch ohne Abtötung nicht möglich“ ( Antonio Cojazzi. Die neue Jugend, München 1930, S. 249). Bei Unwohlsein klagte er nie – bezeichnete seine Schmerzen als unbedeutend – war drauf bedacht, alles für Gott und aus Liebe zu ihm zu tun. Sein Ziel: sich selbst bezwingen, als ganzer Christ leben, sein ganzes Tun, auch die Erholung, heiligen.

b) Ein Christ kann ohne Entsagung, Opfer und Buße Gott nicht lieben. Die böse Lust drängt. Paulus klagt: „Ich tue nicht, was ich will, das Gute, sondern tu, was ich nicht will, das Böse. Wenn ich aber tue, was ich nicht will, so handle nicht mehr ich, sondern die in mir herrschende Sünde . . . Wenn ich das Gute tun will, so liegt mir das Böse nahe“ (Röm. 7, 19 ff.).

Hugh Benson sagt: „Jeder Christ hat Lippen zum Judaskuß; wer weiß, ob er ihn nicht eines Tages dem Heiland wirklich gibt!“ Jede schwere Sünde ist ein Verrat an Jesus. Wer täglich widerstehen will, muß täglich kämpfen!

Fénelon sagt: „Herr, ich steh‘ auf eine Seite gegen mich!“ – Origenes: „Christ sein heißt, eine Geduldsprobe ablegen.“ Bilde dir ja nicht ein, mit einem einzigen Entschluß sei es getan!

c) Die Glieder müssen dem Haupte ähnlich sein. Jean Eudes betet: „O Heiland, im Übermaß deiner wunderbaren Güte hast du unser Haupt werden wollen, so daß wir deine Glieder Mach nun in deiner Güte, daß wir das Leben unseres Hauptes mitleben und seinen Tod mitsterben. Du hast uns dazu verpflichtet, als du uns dir durch die Taufe einverleibt hast, als du uns das Bekenntnis und das feierliche Versprechen abnahmst, dir anzuhangen, dir überallhin zu folgen, und so auch nach deinem Beispiele ein Opfer zu deiner Ehre zu werden. Die Taufgnade ist Gnade zum Martyrium.“ – Wer nicht täglich der Sünde abstirbt, hat den Tag für Gott verloren. Wer aber als Glied am Leibe Christi Buße tut, sühnt mit für alle übrigen Glieder. Bei der Taufe hat man uns gesagt, wir sollten „Dir in Deiner fröhlich dienen“ – nutzbare Glieder sein, in Christus Jesus.

 

Quelle: Katechetisches Handbuch zum katholischen Katechismus – von Alfred Barth – Schwabenverlag – Stuttgart – Seiten Teil 376 und Teil 377.