China: Bischof Peter Liu Guandong gestorben

(Fidesdienst) – Am vergangenen 28. Oktober kehrte Bischof Peter Liu
Guandong, emeritierter Bischof der Apostolischen Präfektur Yixian
(Yihsien; Provinz Hebei) im Alter von 94 Jahren in das Haus des Vaters
zurück.
 
Der Bischof wurde am 19. Juni 1919 in der Grafschaft Qingyuai (Provinz
Hebei) geboren. Im Jahr 1935 trat er in das Priesterseminar ein und am
29. Juni 1945 wurde er zum Priester geweiht. 1955 wurde er zum ersten
Mal inhaftiert, nachdem er sich gegen das Entstehen einer unabhängigen
katholischen Kirche in China gewehrt hatte. Ein zweites Mal wurde er
1958 festgenommen weil er seine Ablehnung gegenüber der Patriotischen
Vereinigung der chinesischen Katholiken geäußert hatte.
 
Nach 23jähriger Haft wurde er 1981 freigelassen. Nach seiner Freilassung
setzte er sich, obschon ihm die kirchliche Tätigkeit ausdrücklich
verboten worden war, mit ganzer Kraft für die Verkündigung des
Evangeliums und die Wiedergeburt der Kirche in China ein. Am 25. Juli
1982 wurde er ohne Zustimmung der chinesischen Behörden zum Koadjutor
der der Apostolischen Präfektur Yixian geweiht. Die Weihe erteilte
Bischof Franz-Xaver Zhou Shanfu, dem er 1986 in seinem Amt nachfolgte
und damit als dritter Bischof die Apostolische Präfektur leitete.
 
Von 1989 bis 1992 befand er sich erneut in einem Arbeitslager. Und im
Juli 1993 wurde er nach einem Herzinfarkt gelähmt und konnte seither
nicht mehr sprechen. Trotz seines prekären Gesundheitszustandes stand er
unter Hausarrest und wurde zu Hause von Gläubigen, Schwestern und
Priestern liebevoll gepflegt, die ihn schließlich 1997 an einen geheimen
Ort brachten, wo er seine letzten Lebensjahre verbrachte.
 
Die Gläubigen erinnern Bischof Peter Liu als demütigen und im Glauben
gefestigten Hirten. Im Bemühen, den katholischen Glauben vor der
Manipulierung durch das Regime und dessen Kontrolle zu bewahren, hielt
er stets kompromisslos an seiner eigenen Position fest. Vorbildlich war
sein Eintreten für die Gemeinschaft mit dem Papst.
 
Beobachter vermuten, dass mit seinem Tod eine historische Epoche der
Kirche in China zu Ende gehen könnte, doch die neuen Generationen werden
in seine Fußstapfen treten und seinem Glaubenszeugnis folgen.