Begehre nicht deines Nächsten Gut

 

Armut des Herzens

Jesus macht es seinen Jüngern zur Pflicht, ihn allem und alles vorzuziehen, und schlägt ihnen vor, um seinetwillen und um des Evangeliums willen auf ihren „ganzen Besitz“ zu verzichten (Lk 14,33). Kurz vor seinem Leiden stellt er ihnen die arme Witwe von Jerusalem als Vorbild hin, die, obwohl selbst bedürftig. Alles gab, was sie zum Leben besaß. Das Gebot der Loslösung von den Besitztümern zu erfüllen, ist notwendig, um in das Himmelreich zu gelangen.

Alle Christgläubigen sollen „ihre Willensantriebe richtig leiten, um nicht im Umgang mit Dingen der Welt und durch die Anhänglichkeit an die Reichtümer wider den Geist der evangelischen Armut im Streben nach vollkommener Liebe gehindert werden“  (LG 42).

„Selig, die arm sind im Geiste“ (Mt 5,3). Die Seligpreisungen offenbaren eine Ordnung der Freude und der Gnade, der Schönheit und des Friedens. Jesus preist die Freude der Armen, denen das Reich Gottes schon gehört.

„Das Wort [das heißt Christus] bezeichnet als „Armut im Geiste“ die willige Demut und Entsagung eines menschlichen Geistes, und der Apostel stellt uns die Armut Gottes als Beispiel hin, wenn er sagt: „Er ist unseretwegen arm geworden ( 2 Kor 8,9 )“  (Gregor v. Nyssa, beat. 1).

Der Heilige beklagt die Reichen, weil sie im Überfluss der Güter ihren Trost finden. „Der Stolze strebt nach irdischer Macht, während der Arme im Geist nach dem Himmelreich sucht“ (Augustinus, serm. Dom. 1,1,3). Wer sich auf die Vorsehung des himmlischen Vaters verlässt, wird von unruhiger Sorge um seine Zukunft befreit. Das Vertrauen auf Gott ist eine Vorbereitung auf die Seligkeit der Armen. Sie werden Gott schauen.

 

Quelle: Katechismus der Katholischen Kirche – Oldenbourg – Benno – Paulusverlag – Veritas – Seite 637.