„Alles zu meiner Ehre“

 

Eine Person wurde dadurch beschwert, dass sie in den verschiedenen Sorgen ihres Dienstes ein Hindernis des Gebetes zu haben glaubte.

Als Gertrud darum für sie betete, empfing sie folgende Antwort: „Ich habe sie nicht dazu erwählt, dass sie nur eine Stunde des Tages mir diene, sondern sie soll den ganzen Tag ohne Unterbrechung bei mir sein, das heißt alle ihre Werke beständig zu meiner Ehre verrichten, und zwar in der Absicht, mit der sie beten möchte. Auch verlange sie bei allen Werken ihres Dienstes, es möchten alle, die sich ihrer Arbeiten bedienen, nicht bloß körperlich erquickt, sondern auch im Geist zu meiner Liebe angezogen und in jeglichem Guten gestärkt werden. Sooft sie dies tut, würzt sie gleichsam die einzelnen Gerichte ihrer Werke und Arbeiten für mich auf das schmackhafteste.“

Hl. Gertrud von Helfta (1256-1301) Benediktinerin

Aus „Gesandter der göttlichen Liebe“ III, Christiana-Verlag Stein am Rhein, 2001, S. 210–211

Quelle: „Evangelium Tag für Tag“ 9. Juni 2020.