Familiensynode 2015


Anlässlich der Familiensynode im Oktober 2015 geben die drei Bischöfe Pagotto, Vasa und Schneider dieses Büchlein heraus, das in Form eines Katechismus in Fragen und Antworten die brennendsten Fragen in Bezug auf die kirchliche Lehre zu Familie, Ehe und Sexualität behandelt.

Durch verschiedenste Umstände ist es zu großen Verwirrungen unter Katholiken in Hinsicht auf diese Lehre gekommen. Aus diesem Grunde hat sich auch die Aktion Deutschland braucht Mariens Hilfe entschieden, diese Schrift zu verbreiten.   


Bitte unterschreiben. Schon über 860.000 Unterstützer der Ergebenen Bitte an Papst Franziskus, inkl. 205 Kardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe.


 

Vorwort von Kardinal Jorge A. Medina Estévez

 

Es ist für alle offensichtlich, dass die Institution der Familie in

vielen Teilen der Welt eine echte und tiefe Krise durchläuft. Es wäre

nicht klug, diese Krise zu ignorieren oder zu leugnen: sie muss analysiert werden, ihr Ausmaß muss ermittelt werden und es müssen

Mittel gefunden werden, sie zu überwinden. Das Heft mit dem Titel

„Vorrangige Option für die Familie“, das ich hier vorstelle, soll

einen Beitrag dazu leisten.

Die Krise der Familie ist nicht die einzige, die die Welt heute

belastet. Es gibt auch andere Krisen und nicht selten zeigen sich

wechselseitige Einflüsse und Zusammenhänge zwischen ihnen.

 

Der Gebrauch der Lüge und Verstellung in all ihren Formen als legitimes Mittel zur Bewältigung von schwierigen Situationen, die Vermehrung egoistischer Vorgehensweisen, die skandalösen Unterschiede zwischen denen, die einen übertriebenen und sogar luxuriösen Wohlstand genießen und der Masse derer, denen selbst das Notwendigste fehlt, die monströse Ausbreitung des Drogenhandels und der Drogenabhängigkeit, und viele andere Situationen, die die Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens bedrohen, sind Beispiele dafür.

 

Hier bestellen Sie das Büchlein Vorrangige Option für die Familie.

 

Manche glauben, dass die Lösung dieser Probleme in erster Linie in der Erlassung immer neuer Gesetze und Kontrollen zu finden ist. Ohne die Wirksamkeit dieser Mittel gering zu achten, sollten Christen sich jedoch der Worte Jesu erinnern: „Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl falsches Zeugnis und Lästerung. Das ist es, was den Menschen verunreinigt“ (Mt 15,19-20 und Mk 7,21-23).

 

Das wichtigste ist demnach die Bekehrung des Herzens, ohne die alle äußeren Mittel nur eine vorübergehende und begrenzte Wirkung haben können. Doch die Bekehrung des Herzens setzt eine radikale Läuterung der Gedanken voraus, wie der hl. Paulus mahnt: „Macht euch nicht die Art dieser Welt zu eigen, sondern wandelt euch um durch Erneuerung eures Denkens, um zu prüfen, was der Wille Gottes ist, was gut, wohlgefällig und vollkommen“ (Röm 12,2). Viele Erscheinungen dieser Welt tragen den Stempel des Bösen (vgl. 1 Joh 5,19), dessen, den Jesus „Lügner und Vater der Lüge“ nennt (Joh 8,44), der seine Spuren mit Vorliebe in Irrtümern unter dem Schein von Wahrheiten verbirgt und den Menschen den Blick auf das wahrhaft Gute und Richtige verstellt.

 

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Natürlich fordert die Bekehrung des Herzens im Bereich der Familie eine Erkenntnis des Wesens der Familie, als ein Abbild der ehelichen Liebe zwischen Gott und seinem Volk und zwischen

Christus und seiner Kirche.

 

Die christliche Familie entsteht aus einem sakramentalen Bund, einer Ausgießung von Gnaden, und stellt als solche eine Berufung zur Heiligkeit für diejenigen dar, deren Aufgabe es ist, ihren Glauben im Ehestand und in den elterlichen Verantwortungen zu leben. Diese beschränken sich nicht auf das

weltliche Wohlergehen, sondern müssen im Laufe unserer irdischen Pilgerschaft mit Hilfe der Gnade verwirklicht werden, um mit Freude zum Ziel der Herrlichkeit und Seligkeit zu gelangen, zu dem wir

durch unsere Taufe berufen sind.

 

Die christliche Familie ist von ihrem Wesen her eine religiöse Einrichtung, und sie ist es in ihrer wesentlichsten Substanz; diese Eigenschaft ist nicht eine von vielen, die vorhanden sein kann oder

nicht, sondern sie macht das Wesen der Familie als solche aus. Für christliche Eheleute gilt, wie für jeden Jünger Christi, die programmatische Aussage des hl. Paulus: „... denn leben wir, so leben wir

dem Herrn“ (Röm 14,8). Das gilt unter allen Umständen; nichts darf von der köstlichen Folge der Weihe in der Taufe verloren gehen, und die Eheleute sind berufen, sie in der „Hauskirche“ zu leben.

 

Daher die Verantwortung der Eltern, den Kindern den Glauben zu vermitteln und die Wichtigkeit der täglichen Gebete in der Familie vor dem Hausaltar.

 

Die Mitglieder der Familie können, wie alle Christen, Schwächen haben oder gar sündigen. In diesem Fall steht ihnen die Möglichkeit offen, sich in die unendliche und väterliche Barmherzigkeit Gottes zu flüchten, der sie zur Bekehrung durch ernsthafte Reue aufruft. Nach dem Konzil von Trient ist „die Reue der Schmerz und der Abscheu der Seele über die begangene Sünde mit dem Vorsatz, künftighin nicht mehr zu sündigen“ (Katechismus des Konzils von Trient, 3. Teil, Kapitel V, Nr. 23).

 

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