Achtung des Gewissens und Glaubensangebot

Die Achtung des Gewissens ist durchaus mit dem Heilsangebot Jesu vereinbar: „Die Kirche schlägt vor, sie drängt nichts auf. Sie respektiert die Menschen und Kulturen, sie macht halt vor dem Heiligtum des Gewissens. Von denen, die sich unter den verschiedensten Vorwänden der Missionstätigkeit widersetzen, wiederholt die Kirche: „Öffnet Christus die Türen‘!“ (RM 39). Es ist notwendig, dass sie das tausendmal wiederholt, damit niemals die Gewissen verletzt werden, die sich in Freiheit dem Glauben öffnen sollen.

Die individuellen Gewissensprobleme muss jeder – entsprechend der Vielfalt der menschlichen Erfahrungen, die ihn geformt haben – lösen. Es ist nicht leicht, den Zugang zu den Gewissen zu finden, auch wenn die Menschen sich öffnen und sich kundtun. Einzig Gott kann richten. Deshalb verbietet uns die Achtung vor dem Gewissen jedes Menschen, über jemanden zu urteilen, nicht aber, ihm das anzubieten, was sein Gewissen korrigieren oder bereichern kann. Die Liebe, die wir ihm schulden, spornt dazu an.

 

Quelle: Mysterium Kirche – Sozialkonzern oder Stiftung Christi? – Hrsg.: Walter Brandmüller – MM Verlag – Aachen – Seite: Teil 224 und Teil 225.