6. Dezember Hochfest des Heiligsten Herzen Jesu

Am
19. Juni 1675, in der Fronleichnamsoktav, erschien Jesus Christus der
heiligen Margareta Maria Alacoque in Paray-le-Monial, als sie vor dem
Tabernakel kniete. Er zeigte ihr sein Herz und sagte:
„Sieh hier das
Herz, das die Menschen so sehr liebt, dass es nichts gespart hat, um
sich zu opfern, und zu erschöpfen in Liebesbeweisen; und als Dank
empfange ich von den meisten Menschen nur Kälte, Unehrerbietigkeit,
Verachtung und Sakrilegien in diesem Sakrament der Liebe. Was mich aber
am meisten schmerzt, ist, dass Herzen, die Mir besonders geweiht sind,
Mir auf diese Weise begegnen. Darum verlange Ich von dir, dass der erste
Freitag nach der Fronleichnamsoktav ein besonderer Festtag zur
Verehrung Meines Herzens werde; dass man an dem Tage sich dem heiligen
Tische nahe, und einen Ehrenersatz leiste, zur Sühnung all der
Beleidigungen, welche Meinem Herzen, seit es auf den Altären weilt,
zugefügt wurden, und ich verspreche Dir, dass mein Herz diejenigen im
reichsten Maße den Einfluss seiner Liebe fühlen lassen wird, die es
verehren, und die sorgen, dass es auch von andern verehrt werde.“
Die Visionen der Margareta Maria Alacoque trugen ihr auf, sich für ein
Herz-Jesu-Fest und für die Pflege der Herz-Jesu-Freitag einzusetzen.
Knapp 100 Jahre später gestattete Papst Clemens XIII. ein solches Fest
und Papst Pius IX. führte dieses Fest für die ganze Kirche verbindlich
am 18. Mai 1856 auf Bitten der französischen Bischöfe ein.
Zur
Hundertjahrfeier veröffentlichte Papst Pius XII. 1956 die Enzyklika
„Haurietis aquas“ („Ihr werdet Wasser schöpfen…“), an die Papst
Benedikt XVI. 2006 in einem Schreiben an den Generaloberen der Jesuiten
eigens erinnerte.